Presse – 5 Fragen an die Bürgermeisterkandidaten

Meine Antworten:

1. Wie beurteilen Sie die Flüchtlingssituation, die auch viele Weilerswister Bürgerinnen und Bürger zunehmend beschäftigt, bzw. würden Sie ggf. anders vorgehen als die Bundesregierung?

In der Sozialgemeinschaft EU sehe ich es als selbstverständlich an, Menschen, die ihr Leben vor Gewalt und Tod nur mit Flucht retten können, aufzunehmen. „Aufnehmen“ heißt, diese Menschen möglichst schnell in die für sie fremde Kultur zu integrieren und ihnen Perspektiven in ihrer neuen Heimat zu bieten. Hut ab vor dem ehrenamtlichen Engagement der Weilerswister für die Integration der Flüchtlinge. Die vom Land zur Verfügung gestellten Gelder reichen mal gerade für „ein Dach über den Kopf“. Anders sehe ich das bei Asylbewerbern, die aufgrund mangelnder Zukunftsperspektiven in ihrem Heimatland zu uns kommen. Hier würde ich auf Bundesebene mittel- und langfristige Lösungen in deren Heimatländer verfolgen, die den Menschen eine erträgliche, wirtschaftliche Zukunft vor Ort bieten.

Wenn nach einer Prüfung nur die Flüchtlinge in die Kommunen gelangen, die Chance auf Asyl haben, würde das die Integrationsarbeit vor Ort wesentlich fördern.

2. Halten Sie die bisherigen und aktuellen Entscheidungen der Bundesregierung / EU bei der Griechenland-Krise für richtig oder würden Sie anders entscheiden?

Nach Medienberichten arbeitet die griechische Regierung mit einer höheren Intensität an der Problemlösung. Die harte Haltung Deutschlands hat dazu geführt, dass die Verhandlungen zu den finanziellen Unterstützungspaketen zu denselben Bedingungen wie bei anderen Mitglieder der Euro-Zone geführt werden. Ich finde das Vorgehen richtig, denn die Bedingungen können nicht davon abhängig gemacht werden, wer ein Land regiert.

3. Warum liegt Ihnen Weilerswist am Herzen und warum möchten Sie hier Bürgermeister/in werden bzw. bleiben?

Weilerswist-Lommersum ist in den letzten 22 Jahren zu meiner zweiten Heimat geworden. Dazu beigetragen hat mein ehrenamtliches Engagement beispielsweise in Schule, Kindergarten und bei der Kommunionkatechese. Als Bürgermeisterin möchte ich die Entwicklung und die Zukunft der Gemeinde vorausschauend gestalten, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, dem Rat und der Verwaltung.

4. Welche kommunalen Themen würden Sie als Bürgermeister/in vorrangig angehen?

Kurz- und mittelfristig sehe in einer menschenwürdigen und bezahlbaren Aufnahme der Flüchtlinge eine große Herausforderung für unsere Gemeinde. Im Hinblick auf eine zukunftsorientierte Entwicklung unserer Gemeinde möchte ich die Innenentwicklung der Ortskerne mit Sanierung der Infrastruktur vorantreiben. Dazu gehört auch ein Verkehrskonzept, das die Menschen von den Folgen des Schwerverkehrs entlastet. Eng mit diesem Thema verzahnt sind die Förderung eines lebendigen Gemeindelebens und eines Gemeindemarketings.

Da ich im Rahmen meiner bisherigen Berufstätigkeit in viele Förderprojekte eingebunden war, werde ich zu allen Themen Fördermöglichkeiten prüfen mit dem Ziel den Gemeindehaushalt zu entlasten.

5. Entscheidungen auf Bundes- und Landesebene setzen oft den Rahmen für die kommunale Lebenssituation. Wie wollen Sie in Weilerswist diese Vorgaben zum Wohl der hier lebenden Menschen angehen?

Handlungsspielraum vorausgesetzt, werde ich mich zur Umsetzung der Vorgaben zunächst mit dem Verwaltungsteam in unserer Gemeinde beraten und die weitere Vorgehensweise abstimmen. Der zweite Schritt ist der Erfahrungsaustausch. Über mein regionales Netzwerk und über meine Kontakte in übergeordnete Behörden werde ich Lösungsideen einholen. Im Team werden wir prüfen, welche Lösung zum Wohl die Weilerswister Bürgerinnen und Bürger geeignet sein kann und diese dem Rat vorstellen.