LEITZIEL: LEBENDIGE ORTE IN WEILERSWIST

Mit dem Thema „Lebendige Ortskerne schaffen und erhalten“ haben wir im Fachgespräch am 3. September 2015 den Nerv der Bürger und Politiker – gemeindeweit und parteiübergreifend getroffen.

Der Experte Herr Prof. Dr.-Ing. Theo Kötter, Professor für Städtebau und Bodenordnung, Universität Bonn, zeigte anhand von erfolgreichen Beispielen auf, wie vorhandene Potenziale an Wohnraum, Grundstücken und Infrastruktur genutzt werden können. Die Instrumente sind vielfältig. Sie reichen von „Jung kauft Alt“, kombiniert mit Förderprogrammen der Gemeinde, über die Schaffung neuer Wohnformen für die ältere Generation bis hin zur Neuplanung der Bebauung im Ortsbereich.

Die Ideen sind die eine, die Umsetzung die andere Herausforderung. Deshalb war es für die 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aller Altersgruppen genauso wichtig zu erfahren, wie ein solcher Prozess zur Innenentwicklung der Gemeinde auf den Weg gebracht werden kann.

Am Anfang steht die Grundsatzdiskussion, wie die Gemeinde zur Innenentwicklung steht. Der Innenentwicklung Vorrang zu geben, ist nicht gleichbedeutend mit einer Absage beispielsweise an die Ausweisung neuer Baugebiete. Vielmehr wird bei jeder Fragestellung zuerst geprüft, ob sich diese im Ort lösen lässt, bevor Flächen am Ortsrand herangezogen werden.

Begleitet von Experten folgt die Entwicklung eines integrierten Handlungskonzeptes, bei dem alle Beteiligten, insbesondere die Bevölkerung und die Eigentümer der Immobilien, eingebunden werden. Handlungskonzepte sind als Projekte zu verstehen, die individuell auf die Orte zugeschnitten werden.

Anlass für diese Veranstaltung war die immer wieder und in allen Ortsteilen gestellte Frage an mich als Bürgermeisterkandidatin: Wie wollen Sie die Gemeinde fit machen für die Zukunft? Die einen bezogen dies auf die Entwicklung einer alternden und schrumpfenden Bevölkerung, andere auf die Ansprüche der jungen Generation an Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf, Dritte auf den Wettbewerb um die Ansiedlung neuer Unternehmen mit neuen Arbeitsplätzen. Viele befürchteten, dass die Orte sich wie morsche Baumstämme entwickeln: innen leer und ohne Leben, langsam absterbend.

Hier sind strategische Lösungsideen gefragt!

Mit der Entscheidung für das Leitziel „Lebendige Orte in Weilerswist – Vorrang für Innenentwicklung“ entschiede sich die Gemeinde für die Chance, die Entwicklung orientiert an den zukünftigen gesellschaftlichen Herausforderungen zu lenken. Überließe man diese Entwicklung dem freien Markt, zeigen sich jetzt schon die Folgen: Leerstände und Verfall in unseren Ortskernen, eine zunehmend ineffiziente Nutzung der vorhandenen Infrastruktur verbunden mit steigenden Kosten, Zersiedlung und Versiegelung von Flächen.

Der Herausforderung, die Gemeinde Weilerswist fit für die Zukunft zu machen, stelle ich mich dem kommunalpolitischen Leitziel „Lebendige Orte in Weilerswist – Vorrang für die Innenentwicklung“.